Wie bereite ich mich auf den Klinikaufenthalt vor?

Von 1. Dezember 2017 Februar 11th, 2018 Allgemein



Empfehlen die Ärzte eine statio­näre Behand­lung, löst dies bei den meisten Betrof­fenen Unbe­hagen oder Ängste aus. Das ist völlig verständ­lich. Im Unter­schied zu einem plötz­lich auftre­tenden Notfall können Sie bei einer geplanten Opera­tion oder Behand­lung einige Vorbe­rei­tungen treffen und kommen mit dieser Situa­tion besser zurecht.

Ich gebe Ihnen in diesem Beitrag einige Anre­gungen und Hinweise für eine gute Vorbe­rei­tung Ihres Kran­ken­haus­auf­ent­haltes.

Zunächst ist es ratsam, einen geplanten Klinik­auf­ent­halt früh­zeitig seinem Arbeit­geber und dem privaten Umfeld mitzu­teilen. Wer Kinder, einen pfle­ge­be­dürf­tigen Ange­hö­rigen oder Haus­tiere zu versorgen hat, sollte sich während dieser Zeit um eine geeig­nete Vertre­tung kümmern. Nach­barn leeren sicher­lich gerne den Brief­kasten und gießen die Zimmer­pflanzen. Wich­tige Termine vorab verschieben oder absagen.

Was kommt in den „Klinik­koffer“?

Aus Platz­gründen ist es zweck­mä­ßiger, die notwen­digen Bedarfs­ge­gen­stände in eine Tasche statt in einen Koffer einzu­pa­cken. Beginnen Sie recht­zeitig mit den Über­le­gungen, was Sie alles für Ihren Aufent­halt mitnehmen wollen.



#1
Dokumente und Unterlagen für die Aufnahme im Krankenhaus

  • Einwei­sungs­schein Ihres behan­delnden Arztes
  • Kran­ken­ver­si­che­rungs­karte bzw. Angaben zu Ihrer Privat­ver­si­che­rung
  • event. Nach­weis über die Zuzah­lungs­be­freiung der Kran­ken­kasse
  • Kosten­über­nah­me­er­klä­rung des Sozi­al­amts bei fehlender Kran­ken­ver­si­che­rung
  • Quit­tung über die im glei­chen Kalen­der­jahr geleis­teten Zuzah­lungs­be­träge (nur bei gesetz­lich Versi­cherten)
  • Perso­nal­aus­weis oder Reise­pass
  • Kontakt­daten Ihres Haus­arztes, even­tuell Ihres amb. Pfle­ge­dienstes oder der Pfle­ge­ein­rich­tung
  • Name, Anschrift und Tele­fon­nummer eines Ange­hö­rigen, der benach­rich­tigt werden soll
  • even­tuell Pati­en­ten­ver­fü­gung und Vorsor­ge­voll­mach­t/Or­gan­spende-Ausweis

falls folgende Unter­lagen noch nicht bei der Vorun­ter­su­chung erbeten wurden:

  • ange­for­derte ärzt­liche Unter­su­chungs­er­geb­nisse und Befunde
  • Über­sicht über Ihre regel­mäßig einzu­neh­menden Medi­ka­mente
  • Blut­ver­dün­nungs­pass, Diät­aus­weis, Schritt­ma­cher­pass, Allergie-/Impf- bzw. Rönt­gen­pass

Je mehr Infor­ma­tionen das Klinik­per­sonal bekommt, desto besser können die Behand­lungen auf die Pati­enten abge­stimmt werden. Haben Sie diese Unter­lagen nicht in Ihrem Besitz, fordern Sie beim Haus­arzt Kopien an.



#2
Kleidung

  • Nacht­wä­sche, Unter­wä­sche, Socken
  • Bade­mantel
  • Jogging­anzug oder bequeme Frei­zeit­klei­dung
  • feste Haus­schuhe, ggf. ein Paar Sport­schuhe für die Kran­ken­gym­nastik
  • Klei­dung für den Entlas­sungstag

Tipp: Stellen Sie die Klei­dung nach der Art Ihrer Opera­tion zusammen. Bei einem Eingriff am Ober­körper eignen sich z.B. Jacken oder Blusen zum Aufknöpfen oder Klei­dung mit weitem Ausschnitt zum leich­teren An- und Ausziehen.



#3
Waschzeug und persönliche Kosmetikartikel

  • Zahn­bürste, Zahn­pasta
  • Reini­gungs­ta­bletten und –dose für Gebiss­träger, Haft­creme
  • Haut­creme, Seife, Shampoo
  • Haar­bürste, Kamm, Hand­spiegel
  • Nagel­pfle­geset, Rasie­ru­ten­si­lien
  • Taschen­tü­cher, event. Erfri­schungs­tü­cher
  • Wasch­lappen und Hand­tü­cher
  • Damen­hy­gie­ne­ar­tikel



#4
Sonstige Utensilien

  • Mobil­te­lefon
  • Schreib­uten­si­lien
  • eine kleine Summe Bargeld z.B. für Tele­fon­karten – keine Wert­sa­chen und Schmuck
  • Adressen von Angehörigen/Freunden/Nachbarn
  • Hörgerät, Brille, Armbanduhr, Gehstock
  • zur Unter­stüt­zung: ein Photo der Liebsten oder der persön­liche Glücks­bringer



#5
Gegen die Langeweile im Krankenhaus helfen

  • Bücher, Zeit­schriften, Laptop und DVDs (natür­lich mit Kopf­hörer)
  • Rätsel­hefte oder Hobby­zu­behör z.B. Strick­zeug

Der Platz im Zimmer ist meist begrenzt. Packen Sie deshalb lieber etwas weniger ein und lassen sich dann von Ihren Besu­chern Sachen zum Wech­seln mitbringen.

Bitte betrachten Sie diese Liste als eine allge­meine Empfeh­lung. Bei Vorliegen von indi­vi­du­ellen Umständen sind mögli­cher­weise noch andere Dinge notwendig. Bespre­chen Sie dies mit Ihrem Arzt oder beim Vorge­spräch auf der Station.



#6
Sorgen Sie für Ihr Wohlgefühl

Genauso wichtig wie das Packen der Klinik­ta­sche ist ein acht­samer Umgang mit den eigenen Ängsten und Sorgen. Im hekti­schen Klinik­alltag fühlen sich die meisten Menschen gehemmt, ihre Befürch­tungen im Gespräch mit Ärzten und Pfle­ge­per­sonal anzu­spre­chen. Über­winden Sie Ihre Scheu und bitten um genaue Aufklä­rung. Nehmen Sie Ange­hö­rige mit – vier Ohren hören mehr als zwei. Sie können auch mit dem seel­sor­ge­ri­schen Dienst der Klinik ein Gespräch verein­baren. Während des Aufent­haltes hat der ehren­amt­liche Besuchs­dienst Zeit für Ihre Anliegen.

Eine neutrale Anlauf­stelle für alle Anliegen rund um den Kran­ken­haus­auf­ent­halt ist der Pati­en­ten­für­spre­cher, der in jeder baye­ri­schen Klinik vorhanden sein sollte. Dieser vermit­telt bei Unstim­mig­keiten zwischen Patient und Kran­ken­haus oder vermu­teten Behand­lungs­feh­lern.

Eine persön­liche und kosten­freie Bera­tung bei gesund­heit­li­chen oder sozi­al­recht­li­chen Fragen erhalten Sie auch bei der Unab­hän­gigen Pati­en­ten­be­ra­tung Deutsch­land (UPD). www.patientenberatung.de

In Nürn­berg finden Sie die Bera­tungs­stelle der UPD in der

3. Etage im Regus-Center in der Zelt­ner­straße 3, 90443 Nürn­berg.

Zur Termin­ab­stim­mung wählen Sie bitte die kosten­lose Nummer 0800 011 77 25.

Am Tag der Einwei­sung beru­higt ein leichtes Essen Nerven und Magen. Vermeiden Sie starken Kaffe und alko­ho­li­sche Getränke, die zu sehr anregen. Wenn Sie in der Nacht zuvor nicht schlafen konnten, kämpfen Sie nicht dagegen an. Ruhen Sie sich statt­dessen aus.

Denken Sie auch an die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt.

Der Blick nach vorne mildert die unan­ge­nehmen Gefühle ihrer momen­tanen Situa­tion. Setzen Sie sich ein posi­tives Ziel. Viel­leicht einen kleinen Stadt­bummel oder ein gemüt­li­ches Kaffee­trinken mit Ihrer besten Freundin?

Gut vorbe­reitet zu sein ist die beste Voraus­set­zung für einen möglichst komfor­ta­blen Kran­ken­haus­auf­ent­halt. Ich wünsche Ihnen einen guten Verlauf der Behand­lungen!


Mein Tipp:

Vom Bundes­mi­nis­te­rium für Gesund­heit können Sie diesen „Ratgeber Kran­ken­haus“ (106 Seiten) kosten­frei beziehen. Der aktu­elle Ratgeber von 2017 klärt Pati­enten oder Ange­hö­rige über alle wich­tigen Aspekte rund um das Thema Kran­ken­haus auf. Dazu gehören eine Einfüh­rung in die Kran­ken­haus­land­schaft in Deutsch­land sowie umfas­sende Infor­ma­tionen zu den Abläufen und Leis­tungen, die vor, während und nach einer Kran­ken­haus­be­hand­lung wichtig sind.

Bestellen können Sie diese Broschüre unter:

E-Mail: publikationen@bundesregierung.de oder direkt unter www.bundesgesundheitsministerium.de/service/publikationen

Telefonisch/Fax: 030/18 272 2721 bzw. 030718 10 272 2721

per Post: Publi­ka­ti­ons­ver­sand der Bundes­re­gie­rung – Post­fach 48 10 09 – 18132 Rostock