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Mutter zieht ins Pflegeheim – wer zahlt?

Von 6. November 2021Juli 24th, 2022Unkategorisiert
Wer übernimmt die Kosten für das Pflegeheim?

Wie finanzieren Sie den Heimaufenthalt?

 

Die meisten von uns möchten auch im Alter in der bisherigen Wohnung leben. Eine schwere Krankheit oder der Tod des Partners ändern unsere Pläne: der Umzug in ein Seniorenheim steht an!

Besonders ältere Frauen denken dann sofort an ihre bescheidenen finanziellen Möglichkeiten. Diese Generation hatte oft nicht viele Berufsjahre oder arbeitete in Berufen mit niedrigem Einkommen. Stirbt dann der Partner, reicht die verfügbare Rente oft nicht für die Betreuung in einem Seniorenheim. Laut der Deutschen Rentenversicherung betrug die durchschnittliche Altersrente für Frauen im Jahr 2021 nur 856 Euro, bei den Männern sind es 1.203 Euro.

Hier in Mittelfranken gibt es eine gute Auswahl an Pflegeheimen. Selbst nach Abzug der Zuschüsse von den gesetzlichen Pflegekassen bleibt jedoch ein Eigenanteil in Höhe von mindestens 1.400 – 2.500 Euro. Hinzu kommen noch die Kosten für persönliche Ausgaben wie Kleidung, Friseur oder Zuzahlungen für Medikamente und Behandlungen.

Wie soll das alles mit einer geringen Rente bezahlt werden? Aufgrund fehlender Information wird keine Unterstützung beantragt und so bleiben viele Senioren bei unzureichender Versorgung zu Hause.

Das sollte nicht sein.

Hinweis: Hervorgehobene Begriffe in grüner Farbe führen Sie direkt zu näheren Informationen auf den entsprechenden Webseiten.

 

  1. Einsatz des eigenen Vermögens für den Eigenanteil
    Grundsätzlich müssen Sie den Eigenanteil selbst bezahlen. Auch Ihr eventuell vorhandenes Vermögen in Form von Wohneigentum, Aktien etc. muss für die Bezahlung der Heimkosten eingesetzt werden, wenn die monatlichen Rentenzahlungen nicht ausreichen.
  2. Behalten können Sie ein sogenanntes „Schonvermögen“.
    Im Jahr 2021 betrug dieses € 5.000 pro Person. Wohnt Ihr Ehepartner noch in der bisherigen Wohnung, zählt auch diese zum Schonvermögen – falls diese eine angemessene Größe angemessen hat.

  3.  Elternunterhalt – müssen sich Ihre Angehörigen an den Heimkosten beteiligen?
    Ein heikles Thema in vielen Familien.

    Bevor das Sozialamt Leistungen übernimmt, wird erst geklärt, ob Ihnen nahestehende Personen unterhaltsverpflichtet sind, der sog. „Elternunterhalt“. Kinder müssen ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse offen legen. Bei Leistungsfähigkeit wird ein angemessener Selbstbehalt berechnet und es besteht ebenfalls Anspruch auf Schonvermögen. In vielen Fällen ist das geschützte Vermögen so hoch, dass keine Unterhaltszahlungen geleistet werden müssen.

    Das Wichtigste darüber in Kürze:
    Seit dem 01.01.2020 sind Kinder ihren Eltern erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von 100.000 Euro zum Unterhalt verpflichtet.
    Entscheidend für die Prüfung der Einkommensgrenze ist nur das Einkommen des Kindes. Sollten Sie also zusammen mit dem Einkommen Ihres Ehepartners auf mehr als 100.000 Euro kommen, verpflichtet das nicht zum Unterhalt für Ihre Eltern – nur Ihr eigenes Einkommen gilt.
    Schwiegerkinder sind mit ihren Schwiegereltern nicht verwandt und damit auch nicht zu Unterhaltsleistungen verpflichtet.
    Unterhaltspflichtige Kinder müssen keine spürbare und dauerhafte Senkung ihrer Lebensverhältnisse hinnehmen. Dennoch haben manche Eltern ein schlechtes Gewissen, ihnen auf der Tasche zu liegen und vermeiden den Umzug ins Heim.

    Mein Tipp:
    Im Internet finden sich Elternunterhaltsrechner für eine erste Einschätzung über die Höhe des zu zahlenden Unterhalts.

  4. Hilfe zur Pflege von SozialhilfeträgernBesteht kein oder nur ein geringer Anspruch auf Elternunterhalt und die eigenen Mittel reichen nicht aus, zahlt der zuständige Sozialhilfeträger den Betrag, den der Bewohner eines Pflegeheimes aus eigenen Mitteln nicht aufbringen kann. Zusätzlich erhält er einen Barbetrag („Taschengeld“, ca. 122,-) für persönliche Ausgaben.

    Erforderlich für die Übernahme der Kosten ist ein Antrag auf „Hilfe zur Pflege“, stellen Sie ihn bitte möglichst bald vor einem geplanten Heimeinzug.

    Wichtig:
    Die Sozialämter bezahlen nicht für die Vergangenheit!
    Das Geld bekommen Sie erst ab dem Tag, an dem Sie Ihren Anspruch angemeldet haben. Hierzu genügt eine formlose Mitteilung per Telefax oder E-Mail. Rufen Sie vorher dort an und fragen nach den erforderlichen Unterlagen, die bei der schriftlichen Antragstellung mitzubringen sind. Üblich sind der Personalausweis, Belege über Einkommen, Rente, Vermögen, Pflegegrad und Heimkosten.

    Reichen Sie den Antrag bei Ihrem örtlichen Sozialamt ein. Falls Sie Ihren gewöhnlichen Wohnort in Mittelfranken haben, ist jedoch das ServiceZentrum Nürnberg zuständig.
    Sie finden das Zentrum in der Wallensteinstraße 61 – 63, 90431 Nürnberg.
    Telefon: 0911 – 600 66 98 – 0
    Öffnungszeiten sind: Montag bis Mittwoch 8.30 – 17.00 Uhr
    Donnerstag 9.30 – 18.00 Uhr
    Freitag 8.00 – 13.30 Uhr

    Mittwochs wird eine Beratung auch im Pflegestützpunkt Nürnberg angeboten.
    Heilig-Geist-Haus, Hans-Sachs-Platz 2, 90403 Nürnberg
    Telefon: 0911 – 53 989 53

    Mein Tipp:
    Auf der Internetseite des Bezirks (www.bezirk-mittelfranken.de) finden Sie die ausführliche Infobroschüre „Hilfe in Alten- und Pflegeheimen mit vielen weiteren Hinweisen.
    Oder fordern Sie diese per Post an.
    Bezirk Mittelfranken, Postfach 617, 91511 Ansbach.

 

Es ist nicht leicht, sich im Dschungel der vielen Informationen zurecht zu finden. Rufen Sie mich unter der Telefonnummer: 09131 – 61 67 42 oder 0173 – 43 66 832 an oder schreiben Sie mir eine Mail (info@seniorenziehenum.de) Ich helfe Ihnen gerne weiter.