Mutter zieht ins Pflegeheim – wer zahlt?

Von 5. Februar 2018 Februar 21st, 2018 Allgemein


Die meisten von uns möchten auch im Alter in der bishe­rigen Wohnung leben. Eine schwere Krank­heit oder der Tod des Part­ners ändern unsere Pläne: der Umzug in ein Senio­ren­heim steht an!

Beson­ders ältere Frauen denken dann sofort an ihre beschei­denen finan­zi­ellen Möglich­keiten. Diese Genera­tion hatte oft nicht viele Berufs­jahre oder arbei­tete in Berufen mit nied­rigem Einkommen. Stirbt dann der Partner, reicht die verfüg­bare Rente oft nicht für die Betreuung in einem Senio­ren­heim. Laut der Deut­schen Renten­ver­si­che­rung betrug die durch­schnitt­liche Alters­rente für Frauen im Jahr 2017 nur 665 Euro, bei den Männern sind es 1.008 Euro.

Hier in Mittel­franken gibt es eine gute Auswahl an Pfle­ge­heimen. Selbst nach Abzug der Zuschüsse von den gesetz­li­chen Pfle­ge­kassen bleibt jedoch ein Eigen­an­teil in Höhe von mindes­tens 1.400 Euro. Hinzu kommen noch die Kosten für persön­liche Ausgaben wie Klei­dung, Friseur oder Zuzah­lungen für Medi­ka­mente und Behand­lungen. Wie soll das alles mit einer geringen Rente bezahlt werden? Aufgrund fehlender Infor­ma­tion wird keine Unter­stüt­zung bean­tragt und so bleiben viele Senioren bei unzu­rei­chender Versor­gung zu Hause. Das sollte nicht sein.

Wie können Sie Ihren Heimaufenthalt finanzieren?


#1
 Einsatz des eigenen Vermögens für den Eigenanteil

Grund­sätz­lich müssen Sie de Eigen­an­teil selbst bezahlen. Auch Ihr even­tuell vorhan­denes Vermögen in Form von Wohn­ei­gentum, Aktien etc. muss für die Bezah­lung der Heim­kosten einge­setzt werden, wenn die monat­li­chen Renten­zah­lungen nicht ausrei­chen. Behalten können Sie ein soge­nanntes „Schon­ver­mögen“. Im Jahr 2017 betrug dieses € 5.000 pro Person. Wohnt Ihr Ehepartner noch in der bishe­rigen Wohnung, zählt auch diese zum Schon­ver­mögen – falls diese eine ange­mes­sene Größe ange­messen hat.


#2
 Elternunterhalt – müssen sich Ihre Angehörigen an Ihren Heimkosten beteiligen?

Ein heikles Thema in vielen Fami­lien.
Bevor das Sozi­alamt Leis­tungen über­nimmt, wird erst geklärt, ob Ihnen nahe­ste­hende Personen unter­halts­ver­pflichtet sind, der sog. „Eltern­un­ter­halt“. Kinder müssen ihre Einkom­mens- und Vermö­gens­ver­hält­nisse offen legen. Bei Leis­tungs­fä­hig­keit wird ein ange­mes­sener Selbst­be­halt berechnet und es besteht eben­falls Anspruch auf Schon­ver­mögen. In vielen Fällen ist das geschützte Vermögen so hoch, dass keine Unter­halts­zah­lungen geleistet werden müssen.

Unter­halts­pflich­tige Kinder müssen keine spür­bare und dauer­hafte Senkung ihrer Lebens­ver­hält­nisse hinnehmen. Dennoch haben die Eltern ein schlechtes Gewissen, ihnen auf der Tasche zu liegen und vermeiden den Umzug ins Heim.

Mein Tipp:
In Internet finden sich Eltern­un­ter­halts­rechner für eine erste Einschät­zung über die Höhe des zu zahlenden Unter­halts.



#3 
Hilfe zur Pflege von Sozialhilfeträgern

Besteht kein oder nur ein geringer Anspruch auf Eltern­un­ter­halt und die eigenen Mittel reichen nicht aus, zahlt der zustän­dige Sozi­al­hil­fe­träger den Betrag, den der Bewohner eines Pfle­ge­heimes aus eigenen Mitteln nicht aufbringen kann. Zusätz­lich erhält er einen Barbe­trag („Taschen­geld“, ca. 110,-) für persön­liche Ausgaben.

Erfor­der­lich für die Über­nahme der Kosten ist ein Antrag auf „Hilfe zur Pflege“, stellen Sie ihn bitte möglichst bald vor einem geplanten Heim­einzug.

Wichtig:
Die Sozi­al­ämter bezahlen nicht für die Vergan­gen­heit!
Das Geld bekommen Sie erst ab dem Tag, an dem Sie Ihren Anspruch ange­meldet haben. Hierzu genügt eine form­lose Mittei­lung per Telefax oder E-Mail. Rufen Sie vorher dort an und fragen nach den erfor­der­li­chen Unter­lagen, die bei der schrift­li­chen Antrag­stel­lung mitzu­bringen sind. Üblich sind der Perso­nal­aus­weis, Belege über Einkommen, Rente, Vermögen, Pfle­ge­grad und Heim­kosten.

Reichen Sie den Antrag bei Ihrem örtli­chen Sozi­alamt ein. Falls Sie Ihren gewöhn­li­chen Wohnort in Mittel­franken haben, ist jedoch das Service­Zen­trum Nürn­berg zuständig. Sie finden das Zentrum in der Wallen­stein­straße 61 – 63, 90431 Nürn­berg.

Telefon: 0911 – 600 66 98 – 0

Öffnungs­zeiten sind:
Montag bis Mitt­woch 8.30 – 17.00 Uhr
Donnerstag 9.30 – 18.00 Uhr
Freitag 8.00 – 13.30 Uhr

Mitt­wochs wird eine Bera­tung auch im Pfle­ge­stütz­punkt Nürn­berg ange­boten.
Heilig-Geist-Haus, Hans-Sachs-Platz 2, 90403 Nürn­berg
Telefon: 0911 – 53 989 53

Mein Tipp:
Auf der Inter­net­seite des Bezirks (www.bezirk-mittelfranken.de) finden Sie die ausführ­liche Info­bro­schüre „Hilfe in Alten- und Pfle­ge­heimen“ mit vielen weiteren Hinweisen. Oder fordern Sie diese per Post an. Bezirk Mittel­franken, Post­fach 617, 91511 Ansbach.

Es ist nicht leicht, sich im Dschungel der vielen Infor­ma­tionen zurecht zu finden. Rufen Sie mich unter der Tele­fon­nummer: 09131 – 61 67 42 oder 0173 – 43 66 832 an oder schreiben Sie mir eine Mail (info@seniorenziehenum.de) Ich helfe Ihnen gerne weiter.