Ehrenamt im Alter – ein Gewinn für beide Seiten.

Von 28. Februar 2018 Mai 16th, 2019 Unkategorisiert


Ich möchte noch nütz­lich sein.“

Das geben viele Senioren als Grund für ihr Ehrenamt im Alter an. Sie möchten einen Beitrag für die Gesell­schaft leisten und sich gebraucht fühlen. Oft nimmt diese Tätig­keit deshalb eine wich­tige Funk­tion im Alltag älterer Menschen ein. Ein Drittel aller Senioren sind ehren­amt­lich aktiv – und die Zahl der Frei­wil­ligen steigt.

Sicher­lich ist dies auch auf die demo­gra­phi­sche Entwick­lung zurück­zu­führen. Menschen, die heute aus dem Berufs­leben aussteigen, sind oft noch viel gesünder und vitaler als die Genera­tion davor. Darüber hinaus leben viele ältere Menschen allein und nicht in der Nähe ihrer Kinder und Enkel. Somit verfügen sie über viel freie Zeit, die sie sinn­voll einsetzen möchten. In Nürn­berg sind bereits etwa 100 000 Menschen für andere frei­willig aktiv.

Viel­leicht haben auch Sie bereits mit dem Gedanken gespielt, Ihre Fähig­keiten in einem Ehrenamt einzu­setzen – wissen jedoch nicht, wie Sie Ihre Wunsch­stelle finden können. Ich infor­miere Sie in diesem Beitrag über die viel­fäl­tigen Möglich­keiten eines Enga­ge­ments.


WELCHE MÖGLICHKEITEN GIBT ES FÜR EIN EHRENAMT?


Es sind vor allem wohl­tä­tige Einrich­tungen und Orga­ni­sa­tionen, die jede Menge Betä­ti­gungs­felder anbieten:
in Senioren- und Kinder­ta­ges­ein­rich­tungen, Behin­der­ten­hilfen, Flücht­lings­hilfe oder in der Jugend­hilfe sind immer Helfer will­kommen. Auch im kultu­rellen Bereich oder im Bereich des Umwelt­schutzes ist Mitar­beit erwünscht. Im Rahmen der Nach­bar­schafts­hilfe werden alte Menschen und Fami­lien in schwie­rigen Lebens­ver­hält­nissen unter­stützt.

Die Aufga­ben­be­reiche sind so viel­fältig wie die Menschen, die sie ausüben:

Lese­paten für Kinder und Senioren, Spazie­ren­gehen, Basteln, Besuchs­dienste in Heimen und Kran­ken­häuser, Haus­auf­ga­ben­be­treuung, Nach­hilfe, Betreuung von Tieren im Tier­heim, Einsatz in der Klei­der­kammer oder Ausga­be­stellen für Lebens­mittel, Hilfe in der Verwal­tung und vieles mehr.

Deutsch­land­weit gibt es verschie­dene Projekte, bei denen ehema­lige Unter­nehmer und Führungs­kräfte aus der Wirt­schaft ihr Wissen und Erfah­rung bei der Beglei­tung von jungen Unter­neh­mern einbringen können.

Wer seine Fähig­keiten gerne im Ausland einsetzen möchte, wendet sich an den Senior Experten Service. www.ses-bonn.de
Der Senior Experten Service ist als Stif­tung der Deut­schen Wirt­schaft für inter­na­tio­nale Zusam­men­ar­beit welt­weit tätig. Die meisten ehren­amt­li­chen Einsätze finden in Entwick­lungs- und Schwel­len­länder statt.


WELCHES EHRENAMT PASST ZU MIR?


Das Patent­re­zept lautet:
Tun, was man selber gerne tut, als sinn­voll erachtet und worin man gut ist. Für ein gutes Gelingen ist es somit wichtig, sich mit dem einzu­bringen, was einem selbst Freude bereitet.

Dabei haben Inter­es­sierte stets die Wahl, sich aktiv zu betei­ligen oder passiv dabei zu sein. Je nach Fähig­keiten und Inter­essen finden Sie bestimmt einen Bereich, in dem Sie Ihr Wissen und Ihre Neigungen einbringen können.

Meis­tens wird ein Ehrenamt im Ruhe­stand von jenen Menschen ausgeübt, die sich bereits während ihres Berufs­le­bens frei­willig enga­giert haben. Doch viele ältere Menschen haben sich vermut­lich nur deshalb noch nicht einge­bracht, weil sie noch keine Tätig­keit gefunden haben, die ihren Neigungen entsprach.

Bevor Sie ein Ehrenamt annehmen, sollten Sie sich über ein paar Punkte klar werden:

  • Wieviel Zeit kann ich in das Ehrenamt einbringen? Möchte ich mich kurz­fristig oder eher lang­fristig enga­gieren?
  • Welche Erwar­tungen habe ich an den ehren­amt­li­chen Einsatz?
  • Für welche Einrich­tungen oder Perso­nen­gruppen habe ich ein beson­deres Inter­esse?
  • Wie mobil bin ich bei meinem Einsatz?


WO FINDE ICH ANLAUFSTELLEN FÜR EHRENAMTLICHES ENGAGEMENT?


Regional gibt es verschie­dene Möglich­keiten, wo Sie nähere Infor­ma­tionen über ehren­amt­liche Einsatz­ge­biete erhalten. Anlauf­stellen sind Frei­wil­li­genagen­turen, Wohl­fahrts­ver­bände, Senio­ren­büros oder Vereine. Einige Kommunen betreiben Ehren­amts­börsen im Internet. Am Ende des Beitrags finden Sie einige Anlauf­stellen im Groß­raum Nürn­berg, Fürth und Erlangen.

Sie können jedoch auch direkt zum Beispiel in das Pfle­ge­heim gehen, in dem Sie gerne tätig sein möchten und dort Ihre Hilfe anbieten.


FREIWILLIGES ENGAGEMENT BRAUCHT GUTE RAHMENBEDINGUNGEN.


Damit die ehren­amt­liche Tätig­keit für beide Seiten ein Gewinn ist, müssen einige Rahmen­be­din­gungen stimmen.

Ansprechpartner und Einarbeitung

Beson­ders in Pfle­ge­heimen oder bei der Arbeit mit schwerst­be­hin­derten Menschen werden die ehren­amt­li­chen Helfer mit viel Leid, Krank­heit und viel­leicht auch mit dem Tod konfron­tiert. Auf diese Anfor­de­rung sollten die Frei­wil­ligen gut vorbe­reitet werden.
Empfeh­lens­wert sind regel­mä­ßige Fort­bil­dungen und die Gele­gen­heit zum Austausch mit erfah­renen Ehren­amt­li­chen.
Ein fester Ansprech­partner ist wichtig für mögliche Fragen und kriti­sche Phasen.


Klare Definition des Aufgabenbereichs

Wo sind die Grenzen der Zustän­dig­keit von Ehren­amt­li­chen, wie viel Zeit soll einge­bracht werden? Ist der Einsatz nur für einen bestimmten Zeit­raum vorge­sehen?


Versicherung

Auch bei einer ehren­amt­li­chen Tätig­keit kann mal was passieren. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie in der Unfall­ver­si­che­rung der jewei­ligen Einsatz­stelle mit einge­schlossen sind. Ist dies nicht möglich, über­nimmt der Frei­staat Bayern mit der „Baye­ri­schen Ehren­amts­ver­si­che­rung“ den kosten­freien Versi­che­rungs­schutz. Dies gilt für die Haft­pflicht- und die Unfall­ver­si­che­rung. Nähere Infor­ma­tionen unter:
www.ehrenamtsversicherung.bayern.de


Kosten

Eine ehren­amt­liche Tätig­keit darf nichts kosten. Brief­porto, Fahrt­kosten oder andere Auslagen sollten deshalb über­nommen werden.

Tipp: In Bayern erhalten ehren­amt­lich Tätige in vielen Städten und Land­kreisen die soge­nannte „Ehren­amts­karte“ als Zeichen der Aner­ken­nung. Bei rund 4000 Part­nern in Bayern erhalten Sie bei Vorlage dieser Karte verschie­dene Vergüns­ti­gungen auf Eintritts­karten oder bei einem Einkauf. Weiter Infos unter: www.lbe.bayern.de.


Persönliche Grenzen

Achten Sie darauf, wie es Ihnen bei der ehren­amt­li­chen Aufgabe geht. Fühlen Sie sich nicht geschätzt sondern nur ausge­nützt, so spre­chen Sie dies an. Ihre Arbeit darf nicht als selbst­lose Hilfs­be­reit­schaft ange­sehen werden – Einla­dungen zu Feiern oder zu beson­deren Anlässen sollten selbst­ver­ständ­lich sein.
Respekt, Aner­ken­nung, Kommu­ni­ka­tion auf Augen­höhe und Berück­sich­ti­gung der Kompe­tenzen und Erfah­rungen der Frei­wil­ligen sind eine gute Grund­lage für eine gelin­gende ehren­amt­liche Tätig­keit.


WARUM LOHNT SICH EIN EHRENAMT IM ALTER?


Persönliche Vorteile:

Viele Senioren geben folgende Gründe für ihre Tätig­keit an:

  • Sie wollen ihre Zeit sinn­voll nützen
  • Ihre Erfah­rungen und ihr Wissen weiter­geben
  • Die sozialen Kontakte und der soziale Einsatz machen glück­lich und zufrieden
  • Der Austausch mit anderen Genera­tionen lässt über den eigenen Teller­rand sehen und Neues kennen­lernen. Das wiederum regt die geis­tige Leis­tungs­fä­hig­keit an.
  • Oft wird gesagt: „Ich bekomme soviel zurück“ – ehrliche Aner­ken­nung und Wert­schät­zung für ihre Arbeit.

Viele Studien zeigen die posi­tiven Auswir­kungen von mode­rater ehren­amt­li­cher Tätig­keit auf die körper­liche und geis­tige Gesund­heit der Teil­nehmer. Das Aufnehmen einer frei­wil­ligen Arbeit hilft älteren Menschen, soziale Netz­werke aufrecht zu erhalten, was dann zu einem höheren emotio­nalen Wohl­be­finden führt – eine wich­tige Voraus­set­zung für eine gute Gesund­heit.



Gesellschaftliche Vorteile:

  • Heim­be­wohner beispiels­weise profi­tieren von der persön­li­chen Zuwen­dung, für die im Alltag oft keine Zeit bleibt. Ein Spazier­gang durch den Park, das Vorlesen der Tages­zei­tung oder ein gemein­sames Kaffee­trinken berei­chert das Leben der Pfle­ge­be­dürf­tigen
  • manche Ange­bote von Einrich­tungen und Orga­ni­sa­tionen könnten ohne die Unter­stüt­zung der Ehren­amt­li­chen nicht mehr aufrecht erhalten werden.
  • Wert­volle Fähig­keiten und Kennt­nisse der älteren Menschen werden genutzt
  • Bürger­schaft­li­ches Enga­ge­ment fördert den Zusam­men­halt in der Gesell­schaft, wirkt als „Kitt“ zwischen Genera­tionen und sozialen Schichten.


»
Zeit schenken und Gemein­schaft erleben – ein ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment ist für beide Seiten ein Gewinn. Die Frei­wil­ligen erlernen viel Neues, knüpfen neue Kontakte, über­nehmen Verant­wor­tung und leisten so einen wert­vollen Beitrag zum Mitein­ander in unserer Gesell­schaft. Ein Ehrenamt bringt zudem viele neue Impulse in die Zeit nach dem Berufs­leben. Das Gefühl, gebraucht zu werden und einge­bunden zu sein in ein Team, führt – unab­hängig vom Lebens­alter – immer zu einer Stei­ge­rung der eigenen Lebens­qualität.



Für weitere Infor­ma­tionen:

Ideelle Aner­ken­nung von ehren­amt­li­cher Arbeit: www.anerkennungskulturen.de

Bundes­ar­beits­ge­mein­schaft der Frei­wil­li­genagen­turen e.V.: www.bagfa.de




Einige Anlauf­stellen für ehren­amt­liche Tätig­keiten im Groß­raum Nürn­berg, Fürth und Erlangen:

Nürnberg

Zentrum Aktiver Bürger (ZAB) Zentrale
Gosten­hofer Haupt­straße 63, 90443 Nürn­berg, Tel. 0911 – 92 97 17-0
www.iska-nuernberg.de

Das Zentrum Aktiver Bürger ist die erste Anlauf­stelle für bürger­schaft­li­ches Enga­ge­ment in Nürn­berg. Auf der Inter­net­seite finden Sie eine umfang­reiche Daten­bank mit mögli­chen Einsatz­stellen.
Sie können in der Zentrale tele­fo­nisch einen Bera­tungs­termin verein­baren oder kommen ohne Voranmel­dung in das Cafe des Thalia-Buch­hauses CAMPE in der Karo­li­nen­straße 53 in Nürn­berg. Zeiten sind jeweils am Mitt­woch von 11 – 17 Uhr und Frei­tags von 15 – 18 Uhr.


Fürth

Frei­wil­li­gen­zen­trum Fürth
Zeit für Nach­barn – Besuchs­dienst für Senioren
There­si­en­straße 3, 90762 Fürth, Telefon 0911 – 2 17 47 82
www.freiwilligenzentrum-fuerth.de
Das Frei­wil­li­gen­zen­trum Fürth infor­miert und vermit­telt Inter­es­sierte, die ehren­amt­lich tätig sein wollen. Es wird eine große Auswahl an Aufgaben ange­boten.

Bürger unter­stützen Bürger
Initia­tive zur gegen­sei­tigen Hilfe in Fürth
Ansprech­part­nerin ist Beate Gring­muth
Hard­straße 169, 90766 Fürth, Telefon 0911 – 73 10 54

Lila Dienste
Jakob-Henle-Straße 1, Fürth, Telefon 0911 – 75 80 – 69 20
www.klinikum-fuerth.de
Die Ehren­amt­li­chen am Klinikum Fürth unter­stützen Pati­enten während ihres statio­nären Aufent­haltes, bei der Entlas­sung und während der Nach­sorge.


Erlangen

Koor­di­na­ti­ons­stelle Bürger­schaft­li­ches Enga­ge­ment
Ansprech­part­nerin ist Monika Nickles
Rathaus­platz 1, Zimmer 334, 91052 Erlangen, Telefon 09131 – 86 14 18
Dort erhalten Sie Infor­ma­tionen rund um das Thema Ehrenamt.

ERFIN – Erlanger Frei­wil­ligen-Initia­tive e.V.
Rathaus­platz 1, 3. OG, Zimmer 336, Telefon 09131 – 86 1696
Die Erlanger Frei­wil­li­gen­in­itia­tive berät und vermit­telt Frei­wil­lige. Die Mitar­beiter ermit­teln die Stärken und Inter­essen eines Frei­wil­ligen, um die passende Einsatz­stelle zu finden. Die umfang­reiche Daten­bank ermög­licht eine umfas­sende Bera­tung.

Ehrenamt online
www.erlangen.de/ehrenamtonline
Inter­net­plat­form der Stadt Erlangen für ehren­amt­liche Gruppen, Vereine oder Insti­tu­tionen, um sich und ihre Projekte vorzu­stellen und ehren­amt­liche Mitar­beiter zu kontak­tieren.

Orga­ni­sierte Nach­bar­schafts­hilfe Dech­sen­dorf, Erlangen und Umge­bung
Sonnen­tauweg 28, 91056 Erlangen, Telefon 09135 – 72 24 40
www.organisiertenachbarschaftshilfe.de

Ökume­ni­sche Nach­bar­schafts­hilfe Tennen­lohe e.V.
Brand­erweg 1, 91058 Erlangen, Telefon 09131 – 123 21 57
www.nachbarschaftshilfe-tennenlohe.de