Älter werden ohne Unfälle

Von 7. August 2020Unkategorisiert

Dies ist ein Gast­bei­trag von Frau Dr. Susanne Woelk, Geschäfts­füh­rerin der Aktion Das Sichere Haus, Hamburg

Mehr als 11.000 Unfall­tote im Haus­halt
Stürze sind größtes Risiko 

Mehr als 11.000 Menschen sind 2017 durch einen häus­li­chen Unfall gestorben. Ein Blick auf die Gesamt­zahl aller tödlich Verun­glückten (25.744) zeigt, wie gefähr­lich es im Haus­halt zugehen kann: Mehr als 40 Prozent aller tödli­chen Unfälle passieren in den vermeint­lich sicheren eigenen vier Wänden.

Mit großem Abstand sind Stürze die Haupt­un­fall­ur­sache; rund 85 Prozent aller Unfall­toten im Haus­halt waren ausge­rutscht, gestol­pert oder von Leiter oder Treppe gefallen. Das sind 9.373 Menschen. Die Gefahr steigt mit dem Alter. 2017 verloren 5.113 Menschen im Alter von über 85 Jahren ihr Leben nach einem Sturz. Aller­dings sind nicht erst die Hoch­be­tagten gefährdet. Bereits bei den über 65-Jährigen steigen die Unfall­zahlen deut­lich.
 

Selbst­wahr­neh­mung schulen
Was aber kann man tun, um der Sturz­ge­fahr stand­haft zu trotzen? Eine recht­zeige gute Selbst­wahr­neh­mung hilft in jedem Fall. Wer mit Mitte 50 merkt, dass er sich zum Strümpfe anziehen lieber hinsetzt, anstatt wie bisher auf einem Bein zu stehen, ist noch nicht direkt sturz­ge­fährdet. Er spürt aber schon Unsi­cher­heit und fehlendes Vertrauen in das eigene Balan­ce­ge­fühl.
Wenn unebene Gehweh­platten plötz­lich zur Stol­per­falle werden, weil man die Füße nicht mehr hoch genug anheben kann, ist dies ein Indiz für nach­las­sende Kraft in der Bein­mus­ku­latur und für ein höheres Sturz­ri­siko. 

Bewe­gung gezielt in den Tages­ab­lauf einbauen
Wer sich bewegt, tut viel für den Erhalt der Selbst­stän­dig­keit. Erhalten und fördern Sie Ihre Mobi­lität, zum Beispiel durch tägli­ches Radfahren oder flottes Gehen an der frischen Luft.
Auch bei einem einge­schränkten Bewe­gungs­ra­dius können viele Aufgaben noch selbst­ständig erle­digt werden, etwa der tägliche Einkauf, der Haus­halt oder die eigene Körper­pflege. Und wenn das Ganze etwas länger dauert – na und?

Kosten­loses Senio­ren­si­cher­heits­paket mit Selbst­test und Kraft­übungen

Die gemein­nüt­zige Aktion Das sichere Haus (DSH) bietet ein kosten­loses Senio­ren­si­cher­heits­paket mit vier Medien zur Sturz­prä­ven­tion an: 

  • Selbst­test: „Bin ich sturz­ge­fährdet?“: Klapp­karte mit vier kurzen Übungen zu Balance und Muskel­kraft, die die indi­vi­du­elle Sturz­ge­fahr aufzeigen
  • Kraft­trai­ning für ältere Menschen: Übungen vor allem für Oberarm- und Ober­schen­kel­mus­ku­latur
  • Sicher leben auch im Alter“: Broschüre rund um die Sturz­prä­ven­tion 
  • Alltäg­liche Stol­per­fallen: Falt­blatt zu Treppen, Teppi­chen, Kabeln & Co.

Das Paket kann hier bestellt werden:
https://das-sichere-haus.de/broschueren/sicher-alt-werden

Von Dr. Susanne Woelk, Geschäfts­füh­rerin der Aktion Das sichere Haus (DSH), Hamburg

Zahlen­quelle: Statis­ti­sches Bundesamt, Wies­baden