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Wohnanpassungen – für ein seniorengerechtes Zuhause.

Von 27. Februar 2018November 7th, 2021Unkategorisiert


Das Bett ist zu niedrig und der Duscheinstieg zu hoch. Die meisten älteren Menschen möchten auch im Alter zu Hause in der eigenen Wohnung leben. Wenige Wohnungen sind allerdings so ausgestattet, dass sie im Alter oder bei einer Behinderung den Bedürfnissen gerecht werden.

Nicht das Alter gefährdet die selbständige Lebensführung, sondern eine nicht altersgerechte Wohnung.

Aus Angst vor hohen Kosten oder Unwissenheit finden sich viele mit unangenehmen Wohnsituationen ab. Bereits durch geringfügige Änderungen in der Wohnungsausstattung kann  jedoch ein Heimzug vermieden oder hinausgeschoben werden. Allein die Beseitigung von Stolperfallen oder die Erhöhung von Bett und Stühlen bewirken viel.
Maßnahmen zu Wohnanpassungen betreffen den:

  • Einsatz von Hilfsmitteln z.B. Badewannenlifter, Toilettensitzerhöhung, Haltegriffe
  • bauliche Veränderungen z.B. Handläufe, Rampe, Entfernung von Türschwellen
  • technische Hilfen z.B. Lichtbewegungsmelder, elektrischer Türöffner, Sprechanlage oder auch
  • die Vermittlung von ambulanten Hilfen z.B. hauswirtschaftliche Hilfen.

Wohnberatungsstellen vor Ort (Adressen siehe unten) erarbeiten gemeinsam mit Ihnen konkrete Lösungsvorschläge und informieren über die Finanzierung.
Vorteile einer Wohnberatung sind:

  • der längere Verbleib in der eigenen Wohnung
  • die Prävention von Unfällen ( ein Sturz ist oft der Grund für einen Heimeinzug)
  • Kostenersparnis und
  • die Erleichterung einer Pflegesituation und eine allgemeine Erhöhung Ihrer Lebensqualität.


1. Rundgang durch Ihre Wohnung


Möchten Sie wissen, wie seniorengerecht Ihre Wohnung ist? Nehmen Sie Stift und Papier und machen einen Rundgang durch die Wohnung. Sie können gerne meine Checkliste verwenden, die Sie am Ende des Blogs finden. Nicht alle Punkte sind für Ihre momentane Wohn- und Lebenssituation notwendig aber sie unterstützen eine neutrale Begutachtung Ihrer eigenen vier Wände. Hier sind einige Bereiche, die Sie genauer unter die Lupe nehmen können:

Hauseingang und Treppenhaus

Gibt es einen beidseitigen Handlauf, ausreichende Beleuchtung und einen überdachten Hauseingang? Sind der Briefkasten, Sprechanlage, Klingel und Lichtschalter gut erreichbar? Ist die Fußmatte in den Boden eingelassen? Gibt es eine Abstellmöglichkeit für den Rollator und einen Aufzug?

Eingangsbereich der Wohnung

Hat die Wohnungstür einen Weitwinkelspion/Gegensprechanlage oder eine hohe Türschwelle? Wie gut nehmen Sie die Türklingel wahr? Ist der Flur voll gestellt, gibt es eine Sitzmöglichkeit?

 

Küchenbereich

Müssen Sie sich bücken, um etwas aus dem Kühlschrank oder den hinteren Fächern zu holen? Können Küchenarbeiten auch im Sitzen durchgeführt werden?

Schlafbereich

Können Sie gut aus dem Bett steigen, gibt es an den Längsseiten ausreichende Bewegungsfläche, ist ein (beleuchteter) Lichtschalter in unmittelbarer Nähe? Befindet sich ein Telefonanschluss des Telefons am Bett oder haben Sie ein zweites Handteil bzw. ein Mobiltelefon?

Bad und WC

Hat die Toilettenschüssel die richtige Höhe für Sie? Sind Stützgriffe in Badewanne und Dusche angebracht? Sind die Lichtverhältnisse ausreichend? Wie hoch ist der Duscheinstieg, wie breit die Badezimmertür? Wie steht es mit der Rutschsicherheit auf den Fliesen und in der Dusche?

Wohnräume

Sind Ihre Sitzmöbel stabil und in einer komfortablen Höhe? Gibt es Kabelsalat auf dem Boden, wellende Teppiche oder wackelige Tischchen? Ist der Zugang zu Balkon oder Terrasse barrierefrei?


2. Bekomme ich Zuschüsse für meine Wohnanpassungsmaßnahmen?


a. Krankenkassen

Für Hilfsmittel (z.B. ein Rollator oder Badewannenlifter) ist eine ärztliche Verordnung mit Begründung notwendig. Je nach Art des Hilfsmittels und der Krankenkasse wird das Hilfs- mittel von der Kasse beschafft oder Sie reichen das Rezept in einem Sanitätshaus ein. Die Zuzahlung beträgt zwischen 5 bis 10 Euro.


b. Pflegekassen

Bei Vorliegen eines Pflegegrades werden Kosten für die Wohnanpassungsmaßnahmen bis zu  4.000 Euro bezuschusst. Lebt der Antragsteller mit anderen pflegebedürftigen Personen zusammen, kann jeder diese Summe beanspruchen. Verschlechtert sich der gesundheitliche Zustand so gravierend, dass neue Umbaumaßnahmen notwendig werden, kann erneut dieser Betrag gewährt werden.

Hinweis: Die Antragstellung muss vor Beginn der Wohnanpassungsmaßnahme gestellt werden.

c. Wohnungsbaugesellschaften/Vermieter

geben teilweise Zuschüsse für langjährige Mieter. Fragen Sie nach.
Bei der WBG Nürnberg ist die Ansprechpartnerin Frau Sörgel, Tel. 0911 – 80 04 – 168 E-Mail: soergel@wbg.nuernberg.de


d. Erkundigen Sie sich bei der Gemeindeverwaltung

nach regionalen oder kommunalen Förderprogrammen oder einem zinsgünstigen Darlehen von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Eventuell haben Sie einen Anspruch beim Sozialhilfeträger als Hilfe zur Pflege oder Eingliederungshilfe.


3. Wo finde ich eine Wohnanpassungsberatung in meiner Nähe?


Fragen Sie bei Ihrer Kommunalverwaltung oder wenden Sie sich an die Bundesarbeitsgemeinschaft wohnungsanpassung e.V. Auf ihrer Webseite finden Sie nach Bundesland geordnet die nächstgelegene Beratungsstelle. www.wohnungsanpassung-bag.de oder auch die Fachstelle Wohnberatung in Bayern www.verein-stadtteilarbeit.de

Im Großraum Nürnberg:

Freiwilligenzentrum Fürth,
Theresienstraße 3, Telefon 0911 – 217 4782
www.freiwilligenzentrum-fuerth.de

Seniorenamt Erlangen
Rathausplatz 1, 91052 Erlangen, Telefon 09131 – 86-2843
www.erlangen.de/senioren

KOWAB (Kompetenznetzwerk Wohnungsanpassungsberatung) Nürnberg
Im Pflegestützpunkt/Heilig-Geist-Haus
Hans-Sachs-Platz 2, 90403 Nürnberg, Telefon 0911 – 53 989 53

Die Beratungen der KOWAB sind abgestimmt auf Ihre individuelle Wohnsituation, unverbindlich und kostenfrei. Bei Bedarf begleiten Sie die Ehrenamtlichen bei der Umsetzung der Maßnahme und vermitteln den Kontakt zu Handwerkern und Produktanbietern.


Bayerische Architektenkammer
, Beratungsstelle Barrierefreiheit
Bauhof 9, 90402 Nürnberg, Telefon für Terminvereinbarungen 089 – 13 98 80-80
Beratungen sind am 1. und 3. Donnerstag im Monat von 16:00 – 18:00 Uhr

 



zum Ausdrucken:

Checkliste VIA NOVA – Wohnanpassungsmaßnahmen