Wohnanpassungen – für ein seniorengerechtes Zuhause.

Von 27. Februar 2018 März 10th, 2018 Allgemein


Das Bett ist zu niedrig und der Duschein­stieg zu hoch. Die meisten älteren Menschen möchten auch im Alter zu Hause in der eigenen Wohnung leben. Wenige Wohnungen sind aller­dings so ausge­stattet, dass sie im Alter oder bei einer Behin­de­rung den Bedürf­nissen gerecht werden.

Nicht das Alter gefährdet die selb­stän­dige Lebens­füh­rung, sondern eine nicht alters­ge­rechte Wohnung.

Aus Angst vor hohen Kosten oder Unwis­sen­heit finden sich viele mit unan­ge­nehmen Wohn­si­tua­tionen ab. Bereits durch gering­fü­gige Ände­rungen in der Wohnungs­aus­stat­tung kann jedoch ein Heimzug vermieden oder hinaus­ge­schoben werden. Allein die Besei­ti­gung von Stol­per­fallen oder die Erhö­hung von Bett und Stühlen bewirken viel.
Maßnahmen zu Wohn­an­pas­sungen betreffen den:

  • Einsatz von Hilfs­mit­teln z.B. Bade­wan­nen­lifter, Toilet­ten­sitz­er­hö­hung, Halte­griffe
  • bauliche Verän­de­rungen z.B. Hand­läufe, Rampe, Entfer­nung von Türschwellen
  • tech­ni­sche Hilfen z.B. Licht­be­we­gungs­melder, elek­tri­scher Türöffner, Sprech­an­lage oder auch
  • die Vermitt­lung von ambu­lanten Hilfen z.B. haus­wirt­schaft­liche Hilfen.

Wohn­be­ra­tungs­stellen vor Ort (Adressen siehe unten) erar­beiten gemeinsam mit Ihnen konkrete Lösungs­vor­schläge und infor­mieren über die Finan­zie­rung.
Vorteile einer Wohn­be­ra­tung sind:

  • der längere Verbleib in der eigenen Wohnung
  • die Präven­tion von Unfällen ( ein Sturz ist oft der Grund für einen Heim­einzug)
  • Kosten­er­sparnis und
  • die Erleich­te­rung einer Pfle­ge­si­tua­tion und eine allge­meine Erhö­hung Ihrer Lebens­qualität.


#1 Rundgang durch Ihre Wohnung


Möchten Sie wissen, wie senio­ren­ge­recht Ihre Wohnung ist? Nehmen Sie Stift und Papier und machen einen Rund­gang durch die Wohnung. Sie können gerne meine Check­liste verwenden, die Sie am Ende des Blogs finden. Nicht alle Punkte sind für Ihre momen­tane Wohn- und Lebens­si­tua­tion notwendig aber sie unter­stützen eine neutrale Begut­ach­tung Ihrer eigenen vier Wände. Hier sind einige Bereiche, die Sie genauer unter die Lupe nehmen können:

Haus­ein­gang und Trep­pen­haus

Gibt es einen beid­sei­tigen Hand­lauf, ausrei­chende Beleuch­tung und einen über­dachten Haus­ein­gang? Sind der Brief­kasten, Sprech­an­lage, Klingel und Licht­schalter gut erreichbar? Ist die Fußmatte in den Boden einge­lassen? Gibt es eine Abstell­mög­lich­keit für den Rollator und einen Aufzug?

Eingangs­be­reich der Wohnung

Hat die Wohnungstür einen Weitwinkelspion/Gegensprechanlage oder eine hohe Türschwelle? Wie gut nehmen Sie die Türklingel wahr? Ist der Flur voll gestellt, gibt es eine Sitz­mög­lich­keit?

Küchen­be­reich

Müssen Sie sich bücken, um etwas aus dem Kühl­schrank oder den hinteren Fächern zu holen? Können Küchen­ar­beiten auch im Sitzen durch­ge­führt werden?

Schlaf­be­reich

Können Sie gut aus dem Bett steigen, gibt es an den Längs­seiten ausrei­chende Bewe­gungs­fläche, ist ein (beleuch­teter) Licht­schalter in unmit­tel­barer Nähe? Befindet sich ein Tele­fon­an­schluss des Tele­fons am Bett oder haben Sie ein zweites Hand­teil bzw. ein Mobil­te­lefon?

Bad und WC

Hat die Toilet­ten­schüssel die rich­tige Höhe für Sie? Sind Stütz­griffe in Bade­wanne und Dusche ange­bracht? Sind die Licht­ver­hält­nisse ausrei­chend? Wie hoch ist der Duschein­stieg, wie breit die Bade­zim­mertür? Wie steht es mit der Rutsch­si­cher­heit auf den Fliesen und in der Dusche?

Wohn­räume

Sind Ihre Sitz­möbel stabil und in einer komfor­ta­blen Höhe? Gibt es Kabel­salat auf dem Boden, wellende Teppiche oder wacke­lige Tisch­chen? Ist der Zugang zu Balkon oder Terrasse barrie­re­frei?


#2 Bekomme ich Zuschüsse für meine Wohnanpassungsmaßnahmen?


a. Krankenkassen

Für Hilfs­mittel (z.B. ein Rollator oder Bade­wan­nen­lifter) ist eine ärzt­liche Verord­nung mit Begrün­dung notwendig. Je nach Art des Hilfs­mit­tels und der Kran­ken­kasse wird das Hilfs- mittel von der Kasse beschafft oder Sie reichen das Rezept in einem Sani­täts­haus ein. Die Zuzah­lung beträgt zwischen 5 bis 10 Euro.


b. Pflegekassen

Bei Vorliegen eines Pfle­ge­grades werden Kosten für die Wohnanpassungsmaß­nahmen bis zu 4.000 Euro bezu­schusst. Lebt der Antrag­steller mit anderen pfle­ge­be­dürf­tigen Personen zusammen, kann jeder diese Summe bean­spru­chen. Verschlech­tert sich der gesund­heit­liche Zustand so gravie­rend, dass neue Umbau­maß­nahmen notwendig werden, kann erneut dieser Betrag gewährt werden.

Hinweis: Die Antrag­stel­lung muss vor Beginn der Wohn­an­pas­sungs­maß­nahme gestellt werden.

c. Wohnungsbaugesellschaften/Vermieter

geben teil­weise Zuschüsse für lang­jäh­rige Mieter. Fragen Sie nach.
Bei der WBG Nürn­berg ist die Ansprech­part­nerin Frau Sörgel, Tel. 0911 – 80 04 – 168 E-Mail: soergel@wbg.nuernberg.de


d. Erkundigen Sie sich bei der Gemeindeverwaltung

nach regio­nalen oder kommu­nalen Förder­pro­grammen oder einem zins­güns­tigen Darlehen von der KfW (Kredit­an­stalt für Wieder­aufbau). Even­tuell haben Sie einen Anspruch beim Sozi­al­hil­fe­träger als Hilfe zur Pflege oder Einglie­de­rungs­hilfe.


#3 Wo finde ich eine Wohnanpassungsberatung in meiner Nähe?


Fragen Sie bei Ihrer Kommu­nal­ver­wal­tung oder wenden Sie sich an die Bundes­ar­beits­ge­mein­schaft wohnungs­an­pas­sung e.V. Auf ihrer Webseite finden Sie nach Bundes­land geordnet die nächst­ge­le­gene Bera­tungs­stelle. www.wohnungsanpassung-bag.de oder auch die Fach­stelle Wohn­be­ra­tung in Bayern www.verein-stadtteilarbeit.de

Im Groß­raum Nürn­berg:

Frei­wil­li­gen­zen­trum Fürth,
There­si­en­straße 3, Telefon 0911 – 217 4782
www.freiwilligenzentrum-fuerth.de

Senio­renamt Erlangen
Rathaus­platz 1, 91052 Erlangen, Telefon 09131 – 86-2843
www.erlangen.de/senioren

KOWAB (Kompe­tenz­netz­werk Wohnungs­an­pas­sungs­be­ra­tung) Nürn­berg
Im Pfle­ge­stütz­punk­t/Heilig-Geist-Haus
Hans-Sachs-Platz 2, 90403 Nürn­berg, Telefon 0911 – 53 989 53

Die Bera­tungen der KOWAB sind abge­stimmt auf Ihre indi­vi­du­elle Wohn­si­tua­tion, unver­bind­lich und kosten­frei. Bei Bedarf begleiten Sie die Ehren­amt­li­chen bei der Umset­zung der Maßnahme und vermit­teln den Kontakt zu Hand­wer­kern und Produkt­an­bie­tern.


Baye­ri­sche Archi­tek­ten­kammer
, Bera­tungs­stelle Barrie­re­frei­heit
Bauhof 9, 90402 Nürn­berg, Telefon für Termin­ver­ein­ba­rungen 089 – 13 98 80-80
Bera­tungen sind am 1. und 3. Donnerstag im Monat von 16:00 – 18:00 Uhr



zum Ausdru­cken:

Check­liste VIA NOVA – Wohnanpassungsmaß­nahmen